Mittwoch, den 28. MĂ€rz 2012 um 08:33 Uhr
Den Auferstandenen am Brotbrechen erkennen!
Zwei MÀnner verlassen enttÀuscht und ohne Hoffnung Jerusalem, die Stadt, in der ihnen ihre ZukunftstrÀume zerschlagen werden. Aus Jerusalem weggehen - das ist das Ende von Glaube und Hoffnung; vergleichbar mit Menschen, die ihren Glauben aufgeben und die Kirche verlassen, in der sie nicht beheimatet sind; vergleichbar mit Menschen, deren Wege sich nach Jahren der Partnerschaft trennen.
Zwei MĂ€nner bleiben zusammen, trotzdem sie ihren Meister, Jesus, verloren haben, sprechen miteinander, tauschen Erinnerungen aus und sind einander eine StĂŒtze, so wie ein Sprichwort sagt: "geteiltes Leid, ist halbes Leid"; vergleichbar mit Menschen, die trotz EnttĂ€uschungen Gemeinschaft oder Partnerschaft nicht aufgeben und offen bleiben fĂŒr neue Erfahrungen und Einsichten.
Ein Fremder schlieĂt sich den beiden MĂ€nnern an. Er hört zu und antwortet auf ihre Fragen nicht mit leeren Phrasen. Und er bricht ihnen das Brot in der Herberge. So weckt er Erinnerungen und sie erkennen ihren Herrn Jesus.
"Am gemeinsamen Mahl sind Christen zu erkennen und am Brotbrechen auch fĂŒreinander, nicht nur im Gottesdienst. So wie Gott fĂŒr uns sorgen, wenn uns Tisch auf dieser Erde abgerĂ€umt wird", sagt der evangelische Theologe Jörg Zink.
Die beiden MĂ€nner haben ihren Herrn erkannt. Es drĂ€ngt sie, dies anderen mitzuteilen. Noch in der Nacht kehren sie in die Gemeinschaft der JĂŒnger in Jerusalem zurĂŒck. In Ă€hnlicher Weise sollen auch wir vom Tisch des Wortes und des Brotes zurĂŒckkehren auf die Wege unseres Lebens und von der Erfahrung im Glauben erzĂ€hlen.
Die zwei JĂŒnger bitten Jesus: "Herr, bleibe bei uns." Er bleibt bei uns allen. Das hat er versprochen mit den Worten: "Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt."
In jeder Eucharistiefeier, aber auch in allem liebenden FĂŒreinander will Er uns das erfahren lassen. Möge in uns allen Osterfreude aufkommen und andauern, wie sie uns in einem Brief des Bischofs Cyprian von Karthago, der im Jahr 257 den Martertod erlitt, an seinen Freund Donatus begegnet: "Ich habe ein ruhiges und heiliges Volk entdeckt, das ein groĂes Geheimnis gelernt hat. Es sind Menschen die eine groĂe Freude gefunden haben, die tausendmal fröhlicher ist, als alles andere VergnĂŒgen unseres Lebens. Diese Menschen werden verachtet und verfolgt, aber es macht ihnen nichts aus. Es sind Christen, Donatus, ich bin einer von ihnen."
Das auch wir alle diese Freude, von der Cyprian spricht, an Ostern und darĂŒber hinaus, spĂŒren, wĂŒschen wir uns und Ihnen allen!
Herzlich grĂŒĂt Sie
Ihr Pfarrer Walbrun und Ihr Gemeindereferent Brandmaier
(Pfarrbrief mit Klick hier herunterladen)